Tja, irgendwie kommts immer anders, und meistens als man denkt. Jetzt sitz ich immernoch in Surkhet und schreib euch sogar auf dem Blog weil naemlich heute Sonntag ist, erster Werktag der Woche und das bessere Internetcafe wieder auf hat und auch die Telekommunikationsleitungen wieder funktionieren.
Vorgestern (glaub ich, oder uch vorvorgestern) war naemlich der Indische unabhaengigkeitstag mit grossem Festakt und so weiter. Man munkelt, dass die indische Regierung oder irgendwelche Organe derselben, das Funknetz lahmgelegt haben um die Handy und Internetkommunikation irgendwelcher pakistanischer Terroristen zu unterbinden und eventuelle Anschlaege zu verhindern.
Na ja, jetzt jedenfalls bin ich in Surkhet und das Internet geht so weit, dass man damit arbeiten kann.
Ich hab gestern in ziemlicher Hast Mails geschickt, ueber “Web.de” die mein Bruder reinstellen sollte, weil web.de nicht so anstrengend ist fuer ne beinahe ueberlastete Internetverbindung. Jetzt bin ich da, kann also die Sachen selber reinstellen. Was ihr also evtl. in den drei Artikeln vor diesem lest, stammt von Samstag den 16ten August.
Jetzt, nachdem schon wieder alles ganz anders gekommen ist, ist glaub ich, ist ein guter Zeitpunkt, um an den nur halb beendeten Orgaartikel anzuknuepfen:
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Aug 17 2008 -
16.08.
Nachdem ich immernoch Zeit habe schreib ich einfach weiter, ich tipp einfach alles in diese Kiste was ich so in letzter Zeit von Yeshe gehoert hab, die Orte an denen wir waren war’n ja, bis auf ihre Abgerissenheit und Abgelgenheit nicht so spannend.
Also gestern hab ich Yeshe von meiner alten gastfamilie erzahlt, die mit der ganzen rituellen Reinheit beim essen und mit der Kastentrennung suuper pingelig waren. Immerhin war mein Gastvater ja Brahmanenpriester, also echt was wichtiges in der Welt der Hinduhierarchie.
Yeshe meinte dann ziemlich trocken, dass das mit den kasten bloed ist, dass Gott nie verschiedene Klassen von Menschen wollte, das das nur von Menschen gemacht ist. Er hat das bei sich in Simikot abgeschafft.
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Aug 17 2008 -
Dr Yeshe Lodoe Lama
So, nachdem ich die Abschiedsmail erfolgreich durch die duenne Leitung gepresst habe, bin ich jetzt total entspannt und hab auch noch Zeit. Yeshe ist grad zum Flugplatz gefahren um die Sache mit dem Helikopter klar zu machen. Ich verzichte mal auf mein Fuehstueck, es ist 20 vor 9 (als ich angefangen hab mich hier durchs Netz zu schlaengeln wars 8uhr) und schreib noch ein bisschen.
Dieser Blogartikel soll von Dr Yeshe handeln. Den letzten ueber Orga musste ich so kurzfristig unterbrechen, weil wir dann den Jeep nach Surkhet nehmen mussten, keine Ahnung wo ich da stehengeblieben bin.
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Aug 17 2008 -
Hallo Papa und eric,
Ich schick diese mail zur sicherheit an euch beide. Bitte tut das folgende auf den Blog - als abschied sozusagen:
Ich bin in Surkhat, kurz vor dem ende der Welt. Das Internet ist so langsam, dass es mich ne halbe stunde gekostet hat hier in dieses emailschreibefenster zu gelangen. Der Blog hat garnichtmehr funktioniert. Bitte tu das hier sozusagen als letztes Lebenszeichen auf meinen Blog. Das was ich in Nepalganj angefangen hab kanst du als fragment auch freigeben. Wird irgendwann fertiggestellt. Wir wollen heute den Helikopter von hier nach Simikot nehmen, von Nepalganj fliegt so schnell kein Flieger. Zu viel regen, die Landebahn in Simikot ist weg. Gestern sind wir deswegen von Nepalganj nach hier in nem Jeep gefahren. Hier ist der Hubschrauberflughafen von dem aus die Gueter nach Humla geflogen werden. Yeshe, der natuerlich auch hier den Transportunternehmer kennt (ein Bekannter aus seinem Heimatdorf) will fuer uns einen Platz zwischen den Gueterkisten im Helikopter besorgen. In Simikot werde ich kein Internet haben, deswegen auch ne laengere Weile keine Bloggerei von mir, ich werd tagebuchschreiben wie ein Wilder, und so einiges spaeter nachtragen. Vielleicht solls ja so sein, dass ich mal so richtig weg bin, ohne Aussenwelt. Also in diesem Sinne, ich bin dann mal so richtig weg.
Liebe Gruesse an alle
Chrissi, ich denk an dich!
Jens
Aug 16 2008 -
Liebe Leute,
ja, ich lebe noch. Es ist grad der 3te Tag seit ich Kathmandu Richtung Simikot verlassen habe aber ich bin noch immer nicht dort. Es ist frueh um halb 10 und Dr. Yeshe (ich werd ihn ab jetzt mit seinem Vornahmen nennen, weil ich ihn irgendwie mag) ist wieder mal am “organisieren” um irgenwie nen Flug fuer uns zwei raus aus diesem Loch zu besorgen. Ich bin’s eigentlich ganz zufrieden und kann mal Emails und so schreiben und entspannen bevor das mit der Arbeit startet.
Ihr koennt euch kaum vorstellen wie krass schwer es ist, in diesem Land, vor allem draussen, in den entlegeneren Teilen, zu irgendwas zu kommen.
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